über die herausforderung eines arbeitsplatzes im stadtzentrum…

moin ihr lieben,

in der stellenausschreibung, auf die ich mich damals hier beworben hatte, war die innenstadtlage des arbeitsplatzes als ein vorzug beschrieben.

tatsächlich aber stellt sich der weg zur arbeit und von dort weg für mich oft als eine ziemliche herauforderung dar. anfangs dachte ich: „großstadt eben!“, aber mittlerweile denke ich, dass ich einfach atmosphärisch empfindlich bin…

hamburger bloggerin
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für mich hat die lage meines arbeitsplatzes im 6. stock eines hauses auf dem steindamm leider wenig charmantes…

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gesäumt von erotikshops, videokabinen, leihhäusern und  spielhöllen treibt sich hier so mach zwielichter geselle rum und straßenprostitution gehört offen zum stadtbild. ich habe nichts gegen straßenprostitution, jedoch muss ich leider täglich mindestens 2 x durch diese szenerie laufen und es gelingt mir nicht gleichbleibend gut, das elend daran auszublenden. immerhin bin ich ja sozialpädagogin und habe seit 20 jahren täglich mit schwierigen lebenswegen anderer menschen zu tun… da mag ich das wenig, wenn es mir im privaten ständig so entgegenschwappt. klingt das nachvollziehbar?

hamburger bloggerin
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so versuche ich, den blick auf die wenigen schönen dinge zu richten, die es hier (wenn auch weniger offensichtlich als das tägliche leid und die armut) zu sehen gibt. meist wandert mein blick dann nach oben und hält sich an den schönen hausfassaden und den bäumen fest, die hier dankenswerter weise stehen.
um mich herum fallen mir dann viele grün- und pfefferminztöne auf und aus meinem büro sehe ich häufig die möven, an deren anblick ich jedes mal was besonderes finde, da sie ja weder in bielefeld noch in hamm zum stadtbild gehörten.

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den blick über die dächer und hin zum taubenschlag auf dem nachbardach mag ich wirklich  (wenn er auf dem balkon oder bei geöffnetem fenster auch häufig vom dönergeruch der vielen imbisse in der straße begleitet wird). ganz gut an dieser zentrumslage ist natürlich, dass ich auf verschiedensten wegen sehr schnell weg komme. alle busse, bahnen, u-bahnen… sind in unmittelbarer nähe. wie praktisch!

es ist wirklich so, dass ich mich jeden tag wieder freue, in mein friedliches eimsbüttel zurück zu kommen, da ist der ausblick aus dem fenster zwar nicht halb so spektakulär, aber das straßenbild ist so viel entspannter, die stimmung weniger aufgeladen von den vorhaben der menschen, die so rumlaufen… und schon fast ein bisschen zu hause. hat ja jetzt auch einige zeit gedauert…

seid ihr auch so empfänglich für die atmosphäre eurer unmittelbaren umgebung?
ich freue mich über antworten!

 


 

p.s. in einem detaillierten blogpost von maximilian buddenbohm könnt ihr euch ein differenzierteres bild vom steindamm machen.

 

2 Antworten

  1. 2
    http://hexbex-von-der-waterkant.blogspot.de/ says:

    Liebe Anja,
    wir sind jobmäßig beinahe Nachbarinnen. Ich arbeite auf der anderen Seite des ZOBs. Ich wohne auch im Stadtteil, aber zum Glück viel ruhiger. Nein, an das Elend kann man sich nicht gewöhnen. Gewöhnen will ich mich aber auch nicht an so was. Es gibt jedoch auch viel Spannendes und Lebendiges auf dem Steindamm und Umgebung. Warst du schon mal im Lindenbazar einkaufen? Oder im Polittbüro? Oder in der Bremer Reihe bei dem kleinen Inder essen? Zwei Seiten einer Münze. Ich guck beim Job leider auf eine graue Fassade. Da könnte man glatt depressiv werden.
    Liebe Grüße von nebenan – winke-winke,
    Sabine

  2. 1

    Liebe Anja,

    puh. Steindamm. Nicht gerade eine Wohlfühllage. Eine Freundin wohnte lange am Hansaplatz. Zu Zeiten, als der Hansaplatz noch fies war. Ich fragte mich immer, wie sie´s da aushält. Mein schönster Arbeitsplatz war in der Großen Elbstraße. Mit Blick auf Blohm und Voss. Egal, wie morgens die Laune war, im Büro wurde sie besser. :-) Überhaupt ist Wassernähe mein gute-Laune-Garant in Hamburg. Jetzt muss ich nur noch im Lotto gewinnen, dann kann ich am Wasser nicht nur arbeiten, sondern auch wohnen. ;-)

    Liebe Grüße
    Conny

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