frau_k_aus_hh
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  • ankommen in hamburg – teil 2 – freude über fäulein bob

    moin ihr lieben,

    woran merke ich, dass ich in der stadt ankomme? ich glaube in erster linie daran, dass ich manche dinge nicht mehr vermissen muss.

    am anfang fehlte mir das wissen darüber, wo ich das beste dinkelbrot finde (was ich auch toasten kann), ich hatte keinen hausarzt, keinen bäcker, keine friseurin, der ich vertraute.

    das fremd-sein hat mir mehr zugesetzt, als ich vorher dachte.

    es gibt erste anzeichen dafür, in einem stadtteil zu hause zu sein, wenn paolo (aus der eisdiele) beim dritten besuch hinweise auf eine wiedererkennung andeutet… und beim vierten besuch weiß, dass der nussbecher es mir besonders angetan hat. wieviele kalorien ich bis dahin zu mir genommen hatte…? weiß der himmel…!
    den hausarzt hatte ich dann -einem glücklichen zufall sei dank- schneller gefunden, als eine gute friseurin. gefreut habe ich mich dennoch, als die superliebe sprechstundenhilfe mich erstmalig mit namen begrüßte. allerdings musste ich dafür auch 3 schwere grippale infekte hinter mich bringen. also leicht ist das nicht, in so einer stadt fuß zu fassen…

    und nun zu den friseur_innen:
    leicht unsicher steuerte ich zunächst ein in-viertel, und den darin sehr prominent platzierten friseurladen an. es hieß, es gebe dort djs, die auflegen…  der junge herr, der mich bediente, war der kunst des small-talks durchaus mächtig, hatte coole sachen zu erzählen, und konnte haare schneiden. wie nebenbei erfuhr ich, wo smudo seine kinder zur kita bringt, wo sasha (aka dick brave) mit bosse dienstags abends fußball spielt… und ich fühlte mich unterhalten … aaaaber deplaziert. irgendwie war alles nicht nur eine spur zu cool, zu szenig.
    der zweite versuch führte mich zu einem friseur, der ebenfalls sicher ein guter seiner zunft war, jedoch wahninnig gerne und viel redete. sicher – auch amüsant, aber irgendwie zu viel am kopf…

    und jetzt? jetzt kommts!

    in der u-bahn habe ich eine bemützte frau angesprochen, da mir unter ihrer kopfbedeckung ein irrsinnig gut geschnittener pony entgegenblitzte. ihr tipp: ihre freundin caro. bei caro bin ich jetzt gelandet. gemeinsam mit ihrer kollegin bettina ist sie inhaberin des salons fräulein bob.

    die können haare schneiden, sind zugewandt, und jetzt kommt das beste: über tocotronic, tomte, thees uhlmann und co. kann ich auch mit ihr quatschen. aber dort passe ich hin.
    ein wunderschöner altbausalon in der neustadt. so lernte ich auch die poolstraße kennen. eine superschöne gegend! der blick auf den stuck an der decke beim haare waschen … super!

    und nach dem ersten termin hatte ich auch raus, dass es gut ist, den nächsten termin gleich zu vereinbaren. gute friseurinnen sind halt gefragt!
    wieder ein stück geschafft, beim ankommen in hamburg!

    p.s. caro, ich hab noch karten für thees in der großen freiheit bekommen! :)

    11. Juni 2013 • szenen (m)einer stadt • Views: 3150

  • über dinge, die ich mag!

    moin ihr lieben,

    es sind doch irgendwie die kleinen dinge, über die ich mich so freuen kann, geht euch das auch so? heute inspirierte mich der fund eines kleinen bastelbogens zu diesem post.

    in der mittagszeit war ich auf dem michel. der michel ist der erste ort, an dem ich ein „hamburg-ist-zuhause-gefühl“ entwickelt habe…. aber das wollte ich euch hier gar nicht erzählen. ich war anschließend in den krameramtsstuben, weil es ein großes glück ist, während der woche und außerhalb der touristenströme dorthin gehen zu können. im kleinen buchladen vor ort fand ich diese anziehpuppenbögen:

    und es sind nicht irgendwelche, sondern  nachdrucke von originalen aus dem jahr 1925. (verlag oehmigke & riemenschneider, neuruppin). für 2,50€ kaufte ich mir einen bogen bastelspaß, und wählte – wie könnte es anders sein- den bogen mit dem matrosenmädchen. wunderschön, oder? ich meine, ich brauchte diesen bogen nicht… aber ich freu mich schon aufs ausschneiden.

    im teeladen vor ort erstand ich dann noch dieses neue frauenmagazin. die nova. sie entsteht scheinbar dort vor ort und es ist auch scheinbar die erste ausgabe. die macherinnen, die novas, haben vor, mir ihrem magazin dazu anzuregen, zur eigenen originalität und einzigartigkeit zu stehen. die themen reichen von einem stadtteilportrait über eimsbüttel (aus familiensicht), über den neustart einer frau, die mit 36 sowohl beruf, wohnort und partnerschft gewechselt hat, bis hin zu einem artikel über die vielfalt der heutigen möglichkeiten… ich hab es bisher einmal quergeblättert und freue mich darauf, es gleich auf dem balkon zu lesen.

    und der dritte punkt, der mich heute happy macht, ist die aussicht auf bunte füße! meine neue quietschbunte sockenvielfalt trocknet derzeit draußen auf dem balkon, auf der leine… und ich setz mich jetzt dazu und lese das neue magazin.

    welche kleinigkeiten haben euch heute zum strahlen gebracht?

    11. Juni 2013 • persönliches • Views: 2215

  • eine stadt mit wasser – ankommen in HH – (teil 1)

    moin ihr lieben,

    meinen entschluss, nach hamburg zu ziehen, habe ich quasi impulsiv getroffen. irgendwie kauften um uns herum alle häuser, waren mit dem kinderkriegen oder der steilen karriere beschäftigt…
    und wir? wir wollten am wasser leben. mehr entscheidungen hatten wir gar nicht getroffen. eine stadt mit wasser sollte es sein, und eine, in der wir eine hand voll menschen kennen…

    ich war zu dem zeitpunkt genau 2 mal für 1 wochenende hier gewesen (davon einmal mit mitte 20, um einem rammsteinkonzert beizuwohnen). man könnte also sagen, dass ich die stadt nullkommanull kannte.

    aber nachdem die erste bewerbung für eine annehmbar erscheinende leitungsposition gleich erfolg hatte, habe ich nägel mit köpfen gemacht.

    in dem sicheren gefühl, mit bielefeld (als meiner stadt zum wohnen) fertig zu sein (nich falsch verstehen! – ich mag bielefeld sehr!), zog ich für 2 monate in eine hamburger übergangs-wg, um von dort aus die wohnungssuche anzugehen. wg! ich! mit ende 30! meine schlimmsten befürchtungen, ich könnte eine kontaktgestörte soziopathin sein, die keinen anschluss findet… haben sich selbstverständlich nicht bestätigt. die wg war einfach wundervoll. die leute sind jetzt freunde… und hätte ich in bielefeld jemals einen städtebauplaner und eine opersängerin kennengelernt? hatte ich nicht seit jahren überwiegend menschen aus meiner branche getroffen…

    die wg lag am umzugstag mitten in der sogenannten „gefahrenzone“, im sperrgebiet rund um die 1.-mai-krawalle. in den angrenzenden hofeinfahrten parkten wasserwerfer und ich kam an, in der großen stadt…

    ich startete in meinen neuen job, lernte meine teams kennen, befasste mich mit jugendhilfepolitik erstmalig in einem stadtstaat mit  7 bezirken (nrw erschien mir wie ein kinderspiel dagegen). ich hörte häufiger hinweise darauf, dass ich ja erstaunlich (im besten sinne erfrischend, im schlechtesten sinne entwaffnend) offen und direkt sei in meiner art, und fand viele meiner kolleg_innen zugeknöpft und irgendwie sperrig.
    ostwestfalen gilt sicher nicht als der landstrich mit den zugewandtesten und herzlichsten charaktären unseres landes, aber ich hatte mir scheinbar auch durch 20 jahre aufenthalt dort, meine ursprüngliche ruhrpottmentalität nicht eindämmen lassen.

    es gibt wirklich viel zu erzählen über das neu sein in hamburg und all das…
    die wohnungssuche und der wohnungsmarkt in hamburg, das vermissen des apfelbaumes im bielefelder garten…ich werde eine fortsetzungsgeschichte daraus machen.
    lasst mich wissen, wies euch gefällt und was eure stadtwechselgeschichten sind!

    5. Juni 2013 • szenen (m)einer stadt • Views: 3662

  • gedankensplitter – bevölkerungsdichte

    moin ihr lieben,

    an manchen tagen vermisse ich ja ostwestfalen! nicht, dass wir in bielefeld so wahnsinnig sonnenverwöhnt gewesen wären… das nun wirklich nicht – aber es war überschaubar, die wege waren kurz, alle freundinnen wohnten in unmittelbar mit dem fahrrad zu erreichender nähe, es gabt nur 4 stadtbahnlinien, und von den meisten der wohnungen, die ich dort im verlauf der 20 jahre bewohnt habe, konnte ich zu fuß in den teutoburger wald gehen… und nicht nur das – häufig war man dort dann auch alleine, oder mit sehr wenigen anderen unterwegs.
    der wald fehlt mir hier. das wasser kann ihn nicht ersetzen.

    wenn mir die menschenmassen in hamburg zuviel werden (vor allem morgens, wenn ich am hauptbahnhof aus der u-bahn steige und mich durch das gewühl schieben muss), sehe ich mir daraufhin manchmal den kleinen zeitschriftenschnipsel an, den ich kürzlich aus irgend einer zeitschrift gerissen und an eine badezimmerfliese geklebt habe:

    … und eben habe ich mal die durchschnittliche einwohner_innenzahl von eimsbüttel hier nachgesehen, und mich erschrocken … wow. sicher würde ich, auf der im schnipsel benannten hallig süderooge, vor langeweile eingehen (wenn ich mich erstmal entspannt hätte…) aber hier muss ich mir dringend noch die guten ausgleichsorte suchen… ausgleich von den ganzen anderen menschen, deren gegenwart mich einerseits inspiriert und andererseits oft anstrengt.
    solltet ihr also tipps haben, für den kleinen entspannungstrip zwischendurch… (bevorzugt waldig), ich freue mich darüber!

    lasst euch die laune nicht verregnen,

    29. Mai 2013 • szenen (m)einer stadt • Views: 2304